Surfcamp ?‍♀️

Nachdem wir Melbourne verlassen haben, ging es nach Sydney. Das war so verrückt, weil von Sydney aus auch unser Rückflug geht, aber ein bisschen Zeit blieb uns ja noch. Als nächstes auf unserer Liste stand das Surfcamp. Schon die ganze Zeit war uns bewusst, dass wir mal ausprobieren wollen zu Surfen, dennoch haben wir uns erst relativ spät dazu entschieden, an einem Surfcamp teilzunehmen.

Bitti und ich hatten die ganze Zeit etwas Sorge um die anderen Teilnehmer, aber diese Sorge war ziemlich unnötig, denn im Surfcamp haben wir so viele nette Leute kennen gelernt, was das ganze noch viel besser gemacht hat, als es eh schon war. Jeder der schonmal ein bisschen länger auf reisen war weiß, dass Sport manchmal etwas zu kurz kommt und deshalb war es natürlich sehr schlau von uns, nach über 2 Monaten ohne wirklich Sport gemacht zu haben, an einem 5 tägigen Surfcamp teilzunehmen. Das Surfcamp war eines der anstrengensten Sachen, die ich bis jetzt in meinen Leben gemacht habe und direkt nach dem ersten Tag hatte ich so heftig Muskelkater in meinen Armen, das ich diese am nächsten Tag kaum bewegen konnte. War wohl keine gute Idee direkt von 0 auf 100 zu gehen ?.

Unser Tagesablauf:

8:00 Uhr aufstehen, 8:30 Uhr frühstücken, 9:00 Uhr Neoprenanzüge anziehen (ich sag nur „guys, it‘s wetsuit time“-ein Satz, der nie wieder aus meinem Kopf geht, denn jeden morgen hat ihn irgendein Mitarbeiter gerufen und wir mussen die kalten und nassen Anzüge anziehen. Das war echt das schlimmste vom Tag), als das geschafft war, ging es Richtung Strand. Um zu den Surfboards zu gelangen, mussten wir erstmal 15 min am Strand entlang laufen (jedes Mal mussen wir an einer Schlange vorbei gehen ) und dann die schweren Surfbretter zum Strand tragen. Ich sag euch morgens früh ging das immer noch, aber nach den Surfstunden das Board wieder wegbringen, war so anstrengend, weil einem die Arme vom ganzen paddeln einfach so weh taten. Vor dem Surfen haben wir uns alle noch immer zusammen aufgewärmt. Das war irgendwie richtig cool. Als wir dann wieder im Surfcamp waren gab es um 12:30 Uhr Mittagessen. Das Essen im Surfcamp war richtig gut. Es gab immer frisches Essen und viele verschiedene Variationen. Einmal gab es sogar Känguru, das war echt verrückt. Das erste mal, dass Bitti und ich Känguru gegessen haben, aber es war eigentlich ganz lecker. Das Beste war jedoch der Mülleimer. Ja richtig es war ein kleiner Mülleimer, der voll mit Kecksen war und mehrmals täglich aufgefüllt wurde. Als wir alle erstmal herausgefunden haben, dass sich in diesem Mülleimer Keckse befindet, war dieser vor niemandem mehr sicher und wir haben alle so viele Keckse gegessen in den Tagen. War echt super. Um 14:30 Uhr ging es dann weiter mit der nächsten Surfeinheit, bis es dann um 18:30 Uhr Abendessen gab. Dannach haben wir alle nur noch gechillt und Fotos geguckt, die im laufe des Tages von uns gemacht wurden. Das war richtig cool, denn jeden Tag hatten die Surflehrer eine Go pro dabei und haben Fotos und Videos von uns gemacht. An unserem letzen Abend sind wir alle an den Strand gegangen. Das war richtig cool wir haben so viele Sterne gesehen.

Wie ihr seht war unser Tag mit 2 Surfeinheiten also total durchgeplant (an manchen Tagen haben wir in der Mittagspause sogar noch Yoga am Strand gemacht, das war auch richtig cool.

Wie das beim Surfen oder auch bei anderen Sachen so ist gibt es Tage, an denen alles super klappt und Tage, an denen es nicht so läuft. Nachdem wir am ersten Tag schon alle den ein oder anderen Erfolg hatten und sogar auf dem Brett standen, lief der zweite Tag überhaupt nicht gut. Dannach wurde es aber besser und besonders am vorletzten Tag hat es richtig Spaß gemacht und richtig gut geklappt.

Alles in allem war das Surfcamp zwar mega anstrengend (man war deshalb schon froh, als es vorbei war), aber es hat auch mega Spaß gemacht. Irgendwann taten meine Arme einfach so unglaublich weh, dass ich einfach keine Kraft mehr hatte und deshalb nur ganz kurz meinen Kopf auf das Board abgelegt und gechillt habe. Das hat die Surflehrer jedoch gar nicht gejuckt, denn aufeinmal hörte ich hinter mir eine Stimme eines Surflehrers der zu mir sagte :“ wake up, the next wave is yours“ und mich mit gefühlt 100 km/h in eine Welle rein schon. Im Camp war so eine entspannte Atmosphäre, die anderen Teilnehmer und Mitarbeiter waren richtig cool und das Gefühl, wenn man auf dem Surfboard steht und eine kleine Welle ( wir wollen ja nicht übertreiben, eine kleine Welle reicht für den Anfang) erwischt hat ist einfach unbeschreiblich. Bei den Surflehrern und allen anderen Mitarbwitern dachte man zwar manchmal das diese leicht High waren, (waren die bestimmt auch) und ich fragte mich wo diese Menschen all ihre Energie her nehmen. Noch nie hab ich so motivierte und aufgedrehte Leute erlebt, die bis spät abends saufen, dann am frühen morgen surfen gehen und dann noch den ganzen Tag mit uns Surfen. Naja verglichen mit anderen Menschen haben sie vermutlich eine der chilligsten jobs die es gibt und alle waren aufjedefall sehr chillig drauf, lustig und nett.

Unsere Surflehrer

Byron Bay?

Unsere restlichen Tage in Australien kann ich inzwischen an einer Hand abzählen (Hilfe!).

Bevor wir Australien verlassen , gab es noch einen einzigen Ort, den Laura und ich auf unserer Reise noch sehen mussten: Byron Bay.
Angeblich extrem beliebt bei Backpackern und ein guter Ort zum Surfen.
Zusammen mit Max haben wir geplant unsere letzten Tage in Australien dort zu verbringen und dann entspannt in Sydney abzuschließen.

Also schön in unseren dritten Nachtbus rein. Ich schlief ungefähr 6-7 Stunden.
Laura ungefähr eine.
Nackenschmerzen hatten wir danach aufjedenfall beide.

Byron Bay ist wirklich ein extrem süßer Ort mit unzähligen kleinen Geschäften und mehreren Stränden.
Die Atmosphäre hier ist ebenfalls unbeschreiblich. Jeder einzelne Mensch auf der Straße wirkt gelassen und der Anblick von Menschen die barfuß und mit einem Surfbrett durch das Hostel laufen ist alltäglich.

Ein Ort den wirklich jeder in Byron besucht ist der berühmte Leuchtturm / östlichste Punkt Australiens.
Dorthin wollten wir zum Sonnenaufgang.
Wisst ihr was das bedeutet ?
Richtig um 5 Uhr ging der Wecker.
Oh ja. Scheiße — das dachten wir uns auch als wir uns morgens aus dem Bett gepellt haben.

Ich bin der Ansicht, dass sich das frühe Aufstehen aber auch komplett gelohnt hat. Der ein oder andere in der Gruppe stimmt mir da bestimmt nicht zu.
Kann ich aber auch nachvollziehen. Würde ich morgens so aussehen würde ich auch eher liegen bleiben.

Eine weitere Sache die wir unbedingt sehen wollten waren die sogenannten Mynion Falls. War ich darauf vorbereitet 4 Stunden durch den Regenwald zu wandern? Nope.
Aber ein Backpacker kennt keinen Wanderschmerz.

Passend zum Regenwald hat es natürlich —- richtig : geregnet —-
Und auch wenn ich 2 mal fast ausgerastet bin (bin ich dann auch) weil sich Blutegel an meinem Bein /Fuß festsaugen wollten (Ich konnte sie natürlich erfolgreich abwehren) , hat sich der Ausflug komplett gelohnt!
Der Regenwald ist übrigens auch einbisschen schöner als unser Wald auf dem Hackenberg.

Wir haben dann auch Jana aus dem Surfcamp wieder getroffen und zusammen mit Max, einem Pärchen aus unserem Zimmer und zwei Jungs die Max kennengelernt hat, waren wir eine relativ große Gruppe. Dementsprechend war die Zeit in Byron Bay wirklich lustig und der perfekte Abschluss für unsere Reise.

An 2 Tagen haben Jana und ich uns Surfbretter ausgeliehen und sind auf eigene Faust surfen gegangen. So ganz alleine, ohne Surfgruppe und Surflehrer ins Wasser zu wandern war ein seltsames aber irgendwie auch befreiendes Gefühl. Es hört sich vielleicht kitschig an aber auf dem Wasser sind alle gleich (bzw. Wir halt bisschen schlechter als andere).
Jeder will einfach nur surfen und das Wetter genießen. Wenn der ein oder andere eine gute Welle nimmt, feuern einen die anderen Surfer sogar an oder gratulieren und niemand wird verurteilt wenn er sich hinlegt.

Ich war schon traurig als wir Byron Bay verlassen mussten , denn der Ort hat mir wirklich extrem gut gefallen, die Menschen waren toll und die gesamte Atmosphäre will man am liebsten mitnehmen.